Mehr Grün für unsere Gemeinde – eine Investition, die sich auszahlt

Wenn der Sommer kommt, wird es in unserer Gemeinde spürbar wärmer. Asphalt heizt sich auf, Plätze werden gemieden, und selbst der Spaziergang zum Bäcker fühlt sich manchmal an wie ein Kurzurlaub in der Saunalandschaft. Stadtbegrünung ist daher längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine zentrale Zukunftsfrage – auch für Großkrotzenburg.

Wir setzen genau hier an: Grünflächen erhalten, neue schaffen und Natur wieder stärker in den Alltag holen. Das Ziel ist klar – lebenswerte Orte für Menschen, Tiere und Pflanzen, heute und morgen.

Warum mehr Grün dringend nötig ist

Grünflächen sind wahre Multitalente:

  • Klimaschutz und Abkühlung: Bäume und Grünanlagen senken nachweislich die Umgebungstemperatur um mehrere Grad. An heißen Tagen kann ein schattiger Platz bis zu 10 °C kühler gegenüber einer versiegelten Fläche sein.
  • Schutz vor Starkregen: Entsiegelte Flächen lassen Wasser versickern, entlasten die Kanalisation und reduzieren Überschwemmungsrisiken.
  • Lebensraum für Insekten und Vögel: Blühwiesen, Hecken und naturnahe Grünflächen sind essentiell für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Arten.
  • Freizeit und Gesundheit: Parks, schattige Wege und grüne Spielplätze steigern die Lebensqualität – Bewegung im Grünen ist nachweislich gut für Körper und Seele.

Oder anders gesagt: Grünflächen sind günstiger als Klimaanlagen, leiser als Ventilatoren und brauchen keinen Stromanschluss.

Die Probleme – ehrlich benannt

Auch in unserer Gemeinde sehen wir Herausforderungen:

  • Viele Straßenbäume sind in den Hitzesommern erkrankt oder abgestorben und wurden nur teilweise ersetzt. In der Bahnhofstraße und der Gutenbergallee wurden neue Bäume gepflanzt, im Neubaugebiet und entlang anderer Straßen entstehen aber immer neue Lücken.
  • Pflegeintensive Rasenflächen, die wenig Nutzen für die Artenvielfalt haben, wie z.B. im “Park” vor der Schule.
  • Mangelnde Pflege, wenn z.B. Brombeerranken Radwege überwuchern, oder die Bepflanzung der Grünanlagen verwildert.
  • Knappes Budget und der Eindruck, Grün sei “ganz nett, aber teuer“

Doch genau hier setzen Grüne kommunalpolitische Konzepte an: langfristig denken, Folgekosten vermeiden und Fördermittel nutzen.

Konkrete Lösungen für unsere Gemeinde

  1. Bäume pflanzen – systematisch und nachhaltig: Straßenbäume, kleine Baumgruppen auf Freiflächen oder Schattenspender an Bushaltestellen wirken sofort.
    • Kosten: ca. 500–1.500 € pro Baum (inkl. Pflanzung und Anwuchsphase)
    • Nutzen: Kühlung, CO₂-Bindung, Aufenthaltsqualität
  2. Blühwiesen statt Zierrasen: Extensiv gepflegte Wiesen sind günstiger als oft gemähter Rasen und ein Paradies für Insekten.
    • Umstellungskosten: ca. 1–3 € pro m²
    • Langfristig geringere Pflegekosten
  3. Pflege priorisieren: Die Pflege der Grünanlagen gehört zu den Aufgaben des Bauhofs. Wir fordern die Verwaltung auf, diesem Punkt ausreichend Priorität zu geben. Gerade, wenn mit der inzwischen notwendigen Bewässerung von Bäumen noch zusätzliche Aufgaben hinzukommen. Gepflegte Grünanlagen sind die Visitenkarte unseres Ortes und tragen zu einem besseren subjektiven Eindruck über den Zustand unseres Ortes bei.
  4. Bürger*innen einbinden: Patenschaften für Beete, gemeinschaftliche Pflanzaktionen oder “Essbare Gemeinden“ stärken den Zusammenhalt. In den letzten Jahren war der Osterbrunnen der Landfrauen vor dem Theodor-Pörtner-Haus ein schönes Beispiel hierfür. Die Gemeinde sollte dies unterstützen und fördern. Wieso nicht auch den alten Brunnen am Park gemeinschaftlich gestalten?

Finanzierung: machbar und sinnvoll

Viele Maßnahmen werden durch Landes- und Bundesprogramme gefördert, etwa im Bereich Klimaanpassung oder Naturschutz. Zudem gilt: Jeder heute gepflanzte Baum spart morgen Geld – bei Gesundheit, Infrastruktur und Klimafolgen.

Fazit

Stadtbegrünung ist keine Ideologie, sondern eine pragmatische Antwort auf Hitze, Artensterben und schafft Flächen zum Wohlfühlen. Die Vorschläge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen: Mit klaren Zielen, realistischen Maßnahmen und Bürgerbeteiligung kann auch eine Gemeinde wie Großkrotzenburg viel erreichen.
Und ganz ehrlich: Ein schattiger Platz mit Bäumen ist doch allemal besser als ein weiterer Parkplatz, der im Sommer so heiß wird, dass man darauf Spiegeleier braten könnte – ganz ohne Herd. 🌳

Mehr Grün. Mehr Lebensqualität. Für unsere Gemeinde.



Quellen:

  • Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL): Regelwerke, -Fachtagungen und Zertifizierungen für Qualität in der Grünen Branche.
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Freiraum und Stadtgrün; Risikovorsorge
  • KFW: Öffentliche Einrichtungen
  • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Anpassung an den Klimawandel
  • Bfn: Stadtnatur
  • Umweltbundesamt: Regenwasserbewirtschaftung
  • DWD: Leistungen im Stadtklima
Blick nach vorne, Blick zurück

Grüne Großkrotzenburg/as Das neue Jahr 2026 ist nun schon einige Tage alt, aber dennoch möchten wir Ihnen allen hier noch einen guten Anfang wünschen, und dass Sie erfolgreich sind bei allem, was Sie anpacken!

Für uns als Grüne Großkrotzenburg ist selbstverständlich die Kommunalwahl im kommenden März ein großes Ziel. Ab dieser Woche stellen wir Ihnen deshalb im Freitag Aktuell und hier auf unserer Homepage einerseits unsere Kandidierenden vor und andererseits die Themen, die wir mit Ihrer Unterstützung in Großkrotzenburg umsetzen wollen.

Doch zunächst wollen wir den Blick zurück wagen, in die letzte Legislaturperiode seit 2021: Was haben wir geschafft, was nicht? Was lief gut, was noch nicht?

18 Anträge hat die Fraktion der Krotzenbojer Grüne eingebracht, 7 davon wurden von der Gemeindevertretung angenommen und von der Verwaltung umgesetzt. Neben kleineren Dingen wie dem Bienenfutterautomaten oder einer Regenbogenfahne fürs Rathaus ist hier die jährliche „Aktion saubere Gemarkung“ zu nennen, die mit Corona einzuschlafen drohte, auf unseren Vorschlag hin aber wieder durchgeführt wird.

5 Anträge wurden abgelehnt oder die Umsetzung scheiterte. Besonders schade ist aus unserer Sicht, dass der barrierefreie Schleusenübergang vorerst nicht realisiert wird, da das Projekt von der Hainburger CDU und dem Bündnis für Hainburg abgelehnt wurde. Die Hainburger Grünen standen hinter diesem Vorhaben.

Auch bei der Festlegung der Flächen für ein neues Neubaugebiet in Großkrotzenburg konnten wir unsere Position nicht durchsetzen. Aus unserer Sicht wäre die Fläche nördlich des Eichelacker besser geeignet gewesen: kompakterer Ort, kürzere Wege, Frischluftschneise, weniger Flächenverbrauch. Die anderen Parteien wollten jedoch, dass die Flächen entlang der Taunusstraße als Neubaugebiet geplant werden. Dem müssen wir uns fügen. Wir werden nun versuchen, bei der detaillierten Festlegung des Bebauungsplans für grüne Aspekte Mehrheiten zu finden.

6 Anträge wurden angenommen, sind aber noch „in Bearbeitung“. Für Beschlüsse aus der jüngeren Zeit ist das ok, aber auf der Liste sind auch Beschlüsse, die schon jahrelang im Sand verlaufen: aus 2021 ein Beschluss zur Kontrolle der Streuobstwiesen. aus 2023 zwei Beschlüsse zu Prüfungen, inwiefern energetische Sanierung oder PV-Anlagen für die gemeindeeigenen Gebäude möglich sind. Auch andere Fraktionen haben das Problem, dass die zeitnahe Umsetzung der Beschlüsse der Gemeindevertretung oft hakt. Vor diesem Hintergrund ist es ein Fortschritt, dass die Gemeindeverwaltung inzwischen auf Drängen der Gemeindevertretung eine Liste führt und über den Bearbeitungsstand Auskunft gibt. Auch in der nächsten Periode wird das Nachhalten der Beschlüsse wichtig sein.

Neben den eigenen Anträgen haben wir uns in der Gemeindevertretung auch in die Diskussionen um andere Fragen eingebracht. Wir haben dazu beigetragen, sinnvolle Kriterien festzulegen, nach denen die Neuverpachtung des Strandbades erfolgte. Wir haben verhindert, dass das Bürgerhaus in Erbpacht langfristig einfach dem jetzigen Pächter zu überlassen, ohne dass vorher die Bürgerinnen und Bürger um ihre Meinung gefragt werden. Wir stehen dazu, mit dem Neubau der Gemeinschaftsunterkunft günstigen, vielseitig nutzbaren Wohnraum in Gemeindeeigentum zu schaffen.

Im neuen Jahr wollen wir mit Ihrer Unterstützung den Weg fortsetzen, für ein lebenswertes Großkrotzenburg!

Mit grüner Liste für Großkrotzenburg

Die Großkrotzenburger Grünen haben ihre 20-köpfige Liste für die kommende Kommunalwahl erfolgreich aufgestellt – mit einem Team, das gleichermaßen Erfahrung, frischen Wind und Offenheit vereint. Auf den Spitzenplätzen kandidieren Lucas Bäuml und Sophia Spottke, die beide für eine moderne, zukunftsorientierte Kommunalpolitik stehen.

Auf der gemeinsamen offenen Liste treten sowohl die Krotzebojer Grünen als auch Mitglieder von Bündnis 90 und unabhängige Personen unter dem gemeinsamen Banner von Bündnis 90 an. Viele bekannte Gesichter aus der vergangenen Wahlperiode sind ebenso vertreten wie zahlreiche neue Kandidierende, die neue Ideen und zusätzliche Dynamik in die Kommunalpolitik einbringen möchten.

Als besondere Stärke sehen wir unsere Kernkompetenzen: Erfahrung, frischer Wind, Offenheit und Kompromissfähigkeit. Damit wollen wir konstruktiv, lösungsorientiert und nah an den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft Großkrotzenburgs gestalten.

Die Vorstellung der einzelnen Listenplätze erfolgt im neuen Jahr, damit alle Bürgerinnen und Bürger genau wissen, wen sie wählen können und wofür die einzelnen Kandidierenden stehen.
Wir freuen uns auf den politischen Austausch mit allen.

Einladung zum Adventsumtrunk

Wir laden alle Großkrotzenburger ein, am Freitag, den 19.12., ab 19:00 vor dem Theodor-Pörtner-Haus mit uns einen Glühwein oder Kinderpunsch zu trinken und sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen.
Lasst uns gemeinsam ins Gespräch kommen und Ideen zur Zukunft Großkrotzenburgs austauschen.

Was viele Großkrotzenburger sich wünschen

“Was braucht Großkrotzenburg?” Diese offene Frage hatten wir hier im Freitag Aktuell, aber auch online und über Flyer den Menschen in Großkrotzenburg gestellt. Dutzende Personen haben sich die Mühe gemacht, unseren Online-Fragebogen auszufüllen. Vielen Dank allen Teilnehmenden an dieser Stelle! Euer Input gibt uns gute und wichtige Denkanstöße.

Ja, und was kam denn genau dabei heraus? Was will Großkrotzenburg denn nun? — Langsam, erst einmal überlegen: Eine solche Umfrage beantworten eher Menschen, die sich für das Lokalgeschehen interessieren, und auch häufiger die, die sich den Grünen nahe fühlen.
Die meisten Antworten kamen aus der Altersgruppe über 40. Die Ergebnisse sind also alles andere als repräsentativ.

Ein wichtiges Anliegen unter den Teilnehmenden waren mehr Radwege und mehr Verkehrsberuhigung. Die Situation der Fernwärme wurde selbstverständlich als dringendes Problem genannt. Vielen Großkrotzenburgern sind aber auch mehr Bäume und gepflegte Grünanlagen wichtig. Für diese Dinge setzen wir uns als Grüne gerne ein.


Das Thema, das jedoch am häufigsten genannt wurde, sogar vor Radwegen, sogar vor Fernwärme: der Wunsch nach einer besser funktionierenden Gemeinde. Das heißt mehr Transparenz, weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen, und wenn eine Entscheidung
getroffen wurde, dann eine zeitnahe Umsetzung. Es bedeutet, dass die Fraktionen in der Gemeindevertretung bei allen Gegensätzen konstruktiv zusammenarbeiten, und vor allem die Verwaltung sich als Service für die Bürger versteht. Gerade eine kleine Gemeinde wie Großkrotzenburg sollte eigentlich besonders bürgernah sein, aber in unserer Umfrage kam eine hohe Unzufriedenheit mit der Kommunalpolitik vor Ort zum Ausdruck.


Was können wir als Grüne konkret tun, um dies zu verbessern?
Als Fraktion der Gemeindevertretung können wir die Transparenz vergrößern, indem wir unsere Positionen erklären, und indem wir bei Bedarf Anfragen an die Verwaltung stellen. Wir bemühen uns, einen sachlichen, lösungsorientierten und kompromissbereiten Umgang in der Gemeindevertretung zu pflegen. Und wir können bei den langwierigen Themen immer wieder nachhaken, bis sich etwas bewegt.
Wir probieren es.

Haushaltsklausur in Hösbach

Am letzten Wochenende trafen sich die Krotzebojer Grüne in Hösbach, um den Haushalt für das kommende Jahr zu beraten. Da ein konkreter Haushaltsentwurf noch nicht vorliegt, wurden die Themenfelder abgesteckt, in denen bei den Haushaltsberatungen für die Umsetzung grüner Politik gekämpft werden soll.
Aber auch die in der Gemeinde sehr emotional besetzten Themen wie die Zukunft des Bürgerhauses und des Strandbads wurden zwischen Fraktion und den Mitgliedern des Ortsverbands kontrovers und sachlich diskutiert. Daneben fand sich noch Zeit, Visionen für die Zukunft Großkrotzenburgs zu entwerfen, in denen die Situation von Familien und der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum ebenso berücksichtigt werden, wie die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung nach einem angemessenen, barrierefreien Mobilitätsangebot.
Zufrieden mit dem Ergebnis nach zwei Tagen intensiver Arbeit hoffen wir, mit unseren Ideen und Initiativen einen Beitrag für ein lebenswertes, grünes und zukunftsfähiges Großkrotzenburg zu leisten.

Die Birne flackert…

Eine Birne flackert an der Decke des Saals im Bürgerhaus, in dem die Gemeindevertretung tagt und zieht den einen oder anderen irritierten Blick eines Gemeindevertreters auf sich. Eine Sitzung, bei der es auch indirekt um die Frage geht, ob der jetzige Pächter das Bürgerhaus de facto geschenkt bekommen soll, zum Wohle der Gemeinde versteht sich, die dann diesen maroden Sanierungsfall Bürgerhaus endlich aus
den Büchern streichen könnte.

Geschenkt? Wieso geschenkt? Es ist rein rechtlich natürlich kein wirkliches Geschenk. Das Grundstück soll in einem Erbpachtvertrag überlassen werden, für das Gebäude, dessen Sanierungsbedarf aktuell mit sechs Millionen Euro beziffert wird, wird wohl ein symbolischer Preis von einem Euro zu entrichten sein.

Für die Erbpacht zahlt der Pächter dann jährlich eine festgelegte Summe an die Gemeinde, den sogenannten Erbpachtzins. Die Gemeinde ihrerseits zahlt dem Pächter aber wieder Miete für das weiterhin im Bürgerhaus befindliche JUZ. Sollte diese Miete dann höher oder gleich hoch wie der Erbpachtzins ausfallen, so nutzt der Pächter das Gebäude unentgeltlich, bekommt es also de facto geschenkt. (Nun gut, wenn er aktuell einen Euro Pacht pro Jahr bezahlt, verschlechtert sich die Finanzlage der Gemeinde dadurch nicht wirklich.)

Natürlich wird der neue, stolze Besitzer dann sofort Millionen in die Hand nehmen, um das Gebäude technisch in jeder Hinsicht auf den neuesten Stand zu bringen, er ist ja schließlich der Eigentümer und will, wie jeder Privatmann, sein Eigentum erhalten.

Was aber, wenn er beschließt, mit der Sanierung abzuwarten? Reinregnen wird es vorerst nicht, die Gemeinde war ja so nett, das Dach letztes Jahr für 500.000 Euro zu renovieren. So könnte er, wie bisher, erst einmal ordentlich Geld verdienen und eventuell auftretende Mängel nur notdürftig flicken, wie 2023, als einer seiner Mitarbeiter das undichte Dach mit Paketband ‘reparieren’ wollte. Sollte das Bürgerhaus dann tatsächlich in zehn Jahren so weit herunter gekommen sein, dass eine weitere Nutzung von Amts wegen untersagt werden muss, dann gibt er es eben der Gemeinde zurück und verklagt sie womöglich anschließend noch auf eine Entschädigung über mehrere Millionen Euro – für den Nutzungsausfall.

Das sind zwei mögliche Szenarien, wie es mit der Erbpacht laufen könnte. Der Blick an die Decke auf die flackernde Birne, ein wirklich leicht festzustellender und zu behebender Defekt, lässt mich ein wenig am Eintritt des ersten Szenarios zweifeln. Aber seien wir gerecht: Mit Paketband ist so etwas tatsächlich sehr schwer zu reparieren…

Politiker fragen, Bürger antworten

Endlich, kurz vor Ablauf der Wahlperiode, wird eine der zentralen Forderungen der INITIATIVE umgesetzt: Die Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung bei wesentlichen Entscheidungen in unserer Gemeinde. Und um eine wesentliche Entscheidung geht es ja bei der Frage, wie es mit dem Bürgerhaus weitergehen soll. Krotzebojer Grüne, CDU und Initiative 2.0 stimmten in der Gemeindevertretersitzung am 23. Oktober dafür, diese Frage nun endlich einmal den Bürgern in Form einer Bürgerbefragung vorzulegen.

Dabei handelt es sich nicht um einen Bürgerentscheid mit bindender Wirkung, sondern lediglich um ein Stimmungsbild, das die Meinung der Bürger zu diesem Punkt aufzeigt. Dabei können die Bürger für eine der folgenden Optionen votieren:

a) für den Abschluss eines erbbaurechtlichen Vertrages im Rahmen einer Ausschreibung bzw. eines Bieterverfahrens ähnlich dem Strandbad
b) für eine Sanierung des Bürgerhauses und den zukünftigen Betrieb durch die Gemeinde Großkrotzenburg
c) für einen Neubau des Bürgerhauses in verkleinerter Form
d) für einen ersatzlosen Abriss des Bürgerhauses und eine städtebauliche Neuplanung des Areals

Da die von SPD, FDP und INITIATIVE favorisierte Erbbaulösung mit dem aktuellen Pächter damit erst einmal vom Tisch ist (siehe dazu auch ‚Die Birne flackert‘), wurden die möglichen Auswirkungen eines solchen Entscheids von den Vertretern der genannten Fraktionen in den düstersten Farben ausgemalt.

Es werde eine neue Bauruine gegenüber dem Posthotel entstehen, da das Bürgerhaus ab dem 1. Januar geschlossen bleibe, unübersehbare Kosten kämen auf die Gemeinde zu und wenn für teuer Geld von der Gemeinde saniert würde, bliebe das Bürgerhaus auf Jahre geschlossen. Zudem bemerkte der Vertreter der SPD in einem Nebensatz, dass man so etwas nicht von einer Mehrheit entscheiden lassen solle, eine bemerkenswerte Äußerung für einen gewählten Volksvertreter, die nur von einem Vertreter der FDP übertroffen wurde, der den Bürgern die Kompetenz für eine solche Entscheidung rundheraus absprach, schließlich seien das ja alles keine Bausachverständigen. Man ist versucht hinzuzufügen, dass die
meisten Bürger wohl auch keinen engen persönlichen Kontakt zum Pächter haben, der ihre
Entscheidung in irgendeine, diesen Herren genehme, Richtung beeinflussen könnte.

Da aber der Pachtvertrag durch einen Zusatzantrag um ein Jahr verlängert wurde, wurde
diesen Einwendungen die Spitze genommen und der Betrieb des Bürgerhauses für das Jahr
2026 sichergestellt.

Lucas Bäuml rückte in seiner Rede dann auch einiges gerade, das von den Vorrednern schief dargestellt worden war. So wies er darauf hin, dass es im Ort durchaus mehr als nur eine Wahrnehmung des Bürgerhauses gäbe und nicht alle Bürger sähen es als ein Schmuckstück für die Gemeinde an.
Auch ein künftiger Pächter habe eine Sanierung durchzuführen, und sollte er dabei das Gebäude weiter nutzen können, wieso sollte das die Gemeinde dann nicht auch können? Zudem sei das mit der Einhaltung des Erbbauvertrags, so eine Sache. Wie setzt man das durch, wenn der Pächter ihn plötzlich anders interpretiert als die Gemeinde?
Seit Jahren habe sich die Gemeindevertretung in der Frage Bürgerhaus zu keiner Entscheidung durchringen können. Sei es jetzt nicht an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, wenn es auf dem alten Weg einfach nicht weitergehe?

An dieser Stelle möchten wir auch noch auf den Einwurf der FDP eingehen, dass die Befragung vielleicht gar kein eindeutiges Ergebnis liefern könnte. Auch das ist möglich, aber dann wissen die Gemeindevertreter eben auch, dass sie nicht gegen einen deutlich erklärten Wählerwillen entscheiden, wenn sie z.B. für eine Sanierung oder für einen Abriss stimmen. Denn aus unserer Sicht wäre es wieder Wasser auf die Mühlen der Politikverdrossenen, nun so kurz vor einer neuen Wahl eine endgültige Entscheidung zu treffen, die von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird. Im Wahlkampf können die Parteien ja deutlich machen, welche Option sie mit welchen Argumenten befürworten.

Und ach ja, die INITATIVE hat natürlich gegen diesen Antrag zur Bürgerbefragung gestimmt,
das mit der Bürgerbeteiligung im Programm war sicher ganz anders gemeint.

Gute Stimmung trotz Regenwetters! 

Das ist das Fazit des Standes der Grünen Großkrotzenburg auf dem diesjährigen Limesmarkt am letzten Sonntag.

Auch wenn diverse WetterApps Regen von morgens bis abends prophezeit hatten, vor Ort erwies sich die befürchtete Schlammschlacht letztlich doch als halb so schlimm, was vor allem jenen Großkrotzenburgern nutzte, die den Markt vor 15.00 Uhr besuchten.

Am Stand der Grünen erwarteten die Besucher frische Waffeln, warmer und kalter Orangensaft und die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden. Hämmer, Holz, Nägel und Wolle sowie eine fachkundige Beratung bildeten die Grundlage, die eigene Kreativität in Form eines Nagelbildes auszuleben, ein Angebot, dass gerade beim ab 15.00 Uhr verstärkt einsetzenden Regen von allen Altersgruppen gerne wahrgenommen wurde. 

Wer nur am Stand schnell vorbeilief, bekam mithilfe kleiner Flyer die Möglichkeit, uns Grünen mal gründlich die Meinung über die Probleme und die Politik in Großkrotzenburg zu sagen, denn der auf der Karte aufgedruckte Barcode führt zu unserer aktuellen Online-Umfrage.

Auch an den anderen Ständen machte der diesjährige Limesmarkt wieder sichtbar, dass Großkrotzenburg ein Ort mit einem vielfältigen Gemeindeleben und vielen aktiven und engagierten Bürgern ist.
Vielen Dank an alle Besucher und Helfer und bis zum nächsten Limesmarkt 2026!

Großkrotzenburg sagt den Grünen die Meinung! 

Kommunalpolitik läuft oft über persönliche Kontakte: Die Gemeindevertreter sind vielen bekannt und nehmen die Stimmungen und Wünsche aus ihrem Umfeld auf. Das klappt meistens, aber gerade in Orten mit mehr Zuzug und gewisser Anonymität kann das Gefühl aufkommen, dass den Politikern wichtige Anliegen der Bevölkerung entgehen. Deswegen wollen wir als Grüne Großkrotzenburg einen neuen Weg ausprobieren: Wir haben eine Online-Umfrage erstellt, in der jeder niederschwellig und anonym seine Sicht zeigen kann. 

Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der aktuellen Kommunalpolitik? Was ist Ihnen wichtig?  Neben diesen allgemeinen Fragen interessiert uns Ihre Ansicht zu verschiedenen konkreten Themen der Ortspolitik, von A wie Abfallentsorgung und B wie Bürgerhaus bis Z wie Zusammenarbeit mit Hanau. Die Umfrage besteht dabei aus mehreren Blöcken mit einer Mischung aus Skalenfragen und Freitext. 

Wenn wir Ihre Neugier geweckt haben, schauen Sie doch mal rein und lassen Sie uns Ihre Meinung da: https://forms.office.com/r/xacsHs4zgL Eine Teilnahme ist bis zum 20.Oktober möglich.