Wenn der Sommer kommt, wird es in unserer Gemeinde spürbar wärmer. Asphalt heizt sich auf, Plätze werden gemieden, und selbst der Spaziergang zum Bäcker fühlt sich manchmal an wie ein Kurzurlaub in der Saunalandschaft. Stadtbegrünung ist daher längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine zentrale Zukunftsfrage – auch für Großkrotzenburg.
Wir setzen genau hier an: Grünflächen erhalten, neue schaffen und Natur wieder stärker in den Alltag holen. Das Ziel ist klar – lebenswerte Orte für Menschen, Tiere und Pflanzen, heute und morgen.
Warum mehr Grün dringend nötig ist
Grünflächen sind wahre Multitalente:
- Klimaschutz und Abkühlung: Bäume und Grünanlagen senken nachweislich die Umgebungstemperatur um mehrere Grad. An heißen Tagen kann ein schattiger Platz bis zu 10 °C kühler gegenüber einer versiegelten Fläche sein.
- Schutz vor Starkregen: Entsiegelte Flächen lassen Wasser versickern, entlasten die Kanalisation und reduzieren Überschwemmungsrisiken.
- Lebensraum für Insekten und Vögel: Blühwiesen, Hecken und naturnahe Grünflächen sind essentiell für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Arten.
- Freizeit und Gesundheit: Parks, schattige Wege und grüne Spielplätze steigern die Lebensqualität – Bewegung im Grünen ist nachweislich gut für Körper und Seele.
Oder anders gesagt: Grünflächen sind günstiger als Klimaanlagen, leiser als Ventilatoren und brauchen keinen Stromanschluss.
Die Probleme – ehrlich benannt
Auch in unserer Gemeinde sehen wir Herausforderungen:
- Viele Straßenbäume sind in den Hitzesommern erkrankt oder abgestorben und wurden nur teilweise ersetzt. In der Bahnhofstraße und der Gutenbergallee wurden neue Bäume gepflanzt, im Neubaugebiet und entlang anderer Straßen entstehen aber immer neue Lücken.
- Pflegeintensive Rasenflächen, die wenig Nutzen für die Artenvielfalt haben, wie z.B. im “Park” vor der Schule.
- Mangelnde Pflege, wenn z.B. Brombeerranken Radwege überwuchern, oder die Bepflanzung der Grünanlagen verwildert.
- Knappes Budget und der Eindruck, Grün sei “ganz nett, aber teuer“
Doch genau hier setzen Grüne kommunalpolitische Konzepte an: langfristig denken, Folgekosten vermeiden und Fördermittel nutzen.
Konkrete Lösungen für unsere Gemeinde
- Bäume pflanzen – systematisch und nachhaltig: Straßenbäume, kleine Baumgruppen auf Freiflächen oder Schattenspender an Bushaltestellen wirken sofort.
- Kosten: ca. 500–1.500 € pro Baum (inkl. Pflanzung und Anwuchsphase)
- Nutzen: Kühlung, CO₂-Bindung, Aufenthaltsqualität
- Blühwiesen statt Zierrasen: Extensiv gepflegte Wiesen sind günstiger als oft gemähter Rasen und ein Paradies für Insekten.
- Umstellungskosten: ca. 1–3 € pro m²
- Langfristig geringere Pflegekosten
- Pflege priorisieren: Die Pflege der Grünanlagen gehört zu den Aufgaben des Bauhofs. Wir fordern die Verwaltung auf, diesem Punkt ausreichend Priorität zu geben. Gerade, wenn mit der inzwischen notwendigen Bewässerung von Bäumen noch zusätzliche Aufgaben hinzukommen. Gepflegte Grünanlagen sind die Visitenkarte unseres Ortes und tragen zu einem besseren subjektiven Eindruck über den Zustand unseres Ortes bei.
- Bürger*innen einbinden: Patenschaften für Beete, gemeinschaftliche Pflanzaktionen oder “Essbare Gemeinden“ stärken den Zusammenhalt. In den letzten Jahren war der Osterbrunnen der Landfrauen vor dem Theodor-Pörtner-Haus ein schönes Beispiel hierfür. Die Gemeinde sollte dies unterstützen und fördern. Wieso nicht auch den alten Brunnen am Park gemeinschaftlich gestalten?
Finanzierung: machbar und sinnvoll
Viele Maßnahmen werden durch Landes- und Bundesprogramme gefördert, etwa im Bereich Klimaanpassung oder Naturschutz. Zudem gilt: Jeder heute gepflanzte Baum spart morgen Geld – bei Gesundheit, Infrastruktur und Klimafolgen.
Fazit
Stadtbegrünung ist keine Ideologie, sondern eine pragmatische Antwort auf Hitze, Artensterben und schafft Flächen zum Wohlfühlen. Die Vorschläge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen: Mit klaren Zielen, realistischen Maßnahmen und Bürgerbeteiligung kann auch eine Gemeinde wie Großkrotzenburg viel erreichen.
Und ganz ehrlich: Ein schattiger Platz mit Bäumen ist doch allemal besser als ein weiterer Parkplatz, der im Sommer so heiß wird, dass man darauf Spiegeleier braten könnte – ganz ohne Herd. 🌳
Mehr Grün. Mehr Lebensqualität. Für unsere Gemeinde.
Quellen:
- Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL): Regelwerke, -Fachtagungen und Zertifizierungen für Qualität in der Grünen Branche.
- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Freiraum und Stadtgrün; Risikovorsorge
- KFW: Öffentliche Einrichtungen
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Anpassung an den Klimawandel
- Bfn: Stadtnatur
- Umweltbundesamt: Regenwasserbewirtschaftung
- DWD: Leistungen im Stadtklima













